Galerie Wolfgang Jaenicke
Für Baule-Skulpturen
Für Baule-Skulpturen
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Für Baule-Skulpturen aus der Region Sakassou gilt die Gegend als eines der bedeutendsten historischen Zentren der Baule-Kunst. Sakassou war die alte politische Hauptstadt der Baule und entwickelte bereits im 18. Jahrhundert hochspezialisierte Bildhauerwerkstätten. Zahlreiche herausragende Werke werden heute dem sogenannten „Master of Sakassou“ beziehungsweise der „Sakassou-Werkstatt“ zugeschrieben.
Charakteristisch für den Sakassou-Stil sind eine ausgeprägte Symmetrie, ruhige Würde, elegante Vertikalität und eine besondere Harmonie der Körperformen. Die Figuren wirken weder dynamisch noch expressiv, sondern strahlen eine kontrollierte innere Kraft aus. Typisch sind ein fein modellierter Kopf, ein oft herzförmig oder leicht konkav gestaltetes Gesicht, sorgfältig ausgeführte Frisuren, lange geschwungene Linien sowie eine ideale, fast übernatürliche Schönheit.
Die meisten Skulpturen dieser Region stellen Blolo Bla (weibliche Geistergatten), Blolo Bian (männliche Geistergatten) oder andere spirituelle Mittlerfiguren dar. Sie dienten als materielle Wohnstätte unsichtbarer Wesen und wurden in privaten Schreinen verehrt.
Zu den Händen vor dem Torso:
Wenn die Hände offen vor dem Bauch oder Nabelbereich gehalten werden, handelt es sich meist nicht um eine zufällige Haltung. In der Baule-Symbolik ist der Bauch Sitz von Lebenskraft, Fruchtbarkeit und persönlichem Schicksal. Die Hände schützen oder bewahren diesen Bereich. Die Geste kann Fürsorge, Selbstbeherrschung, Fruchtbarkeit, spirituelle Konzentration und die Bewahrung innerer Kraft ausdrücken. Bei Blolo-Figuren verweist sie häufig auf die Fähigkeit des Geistpartners, Wohlstand, Nachkommenschaft und Harmonie zu sichern.
Besonders bei Sakassou-Figuren liegen die Hände oft symmetrisch rechts und links des Nabels. Diese Position verstärkt den Eindruck von Ruhe und Ausgewogenheit und entspricht dem Baule-Ideal einer geordneten, kontrollierten Vitalität. Susan Vogel beschrieb den Baule-Stil als Ausdruck einer „in Ordnung gebändigten Lebenskraft“ – ein Gedanke, der sich gerade in dieser Handhaltung widerspiegelt.
Referenzliste
Vogel, Susan M.: Baule: African Art, Western Eyes.
Vogel, Susan M.: Known Artists but Anonymous Works: Fieldwork and Art History. African Arts, Vol. 32, No. 1, 1999.
de Grunne, Bernard: Les Maîtres de la Sculpture de Côte d'Ivoire.
Boyer, Alain-Michel: Miroirs de l'Invisible. La Statuaire Baoulé.
Neyt, François: Trésors de Côte d'Ivoire.
Roberts, Mary Nooter; Roberts, Allen F.: Memory: Luba Art and the Making of History (vergleichende Analyse zentralafrikanischer Figurengestik).
Smithsonian National Museum of African Art, Collection Notes on Baule Figures.
Metropolitan Museum of Art, Baule Figure Studies and Spiritual Representation.
This information is created by AI and based on published ethnographic and art-historical sources.
Jaenicke-Njoya Archive MAZ12763
Height: 58 cm
Weight: 1,7 kg
