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Galerie Wolfgang Jaenicke

Diese Skulptur

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Diese Skulptur, die in der Ekiti-Region Nigerias gesammelt wurde, zeigt exemplarisch die außergewöhnliche Fähigkeit von Olowe von Ìsé (ca. 1873–1938), traditionelle Yorùbá-Ikonographie mit einer unvergleichlichen formalen Raffinesse zu verbinden. Olowe, bekannt für seine Arbeiten an Schreinen, Thronelementen und insbesondere figuralen Schalen, versteht es, alltägliche Funktionen mit einer fast choreografischen Anordnung von Figuren zu verschmelzen.

Dieses Werk, in Gestalt eines Schalen- oder Bowlkeepers, ist nicht einfach ein Gebrauchsobjekt: Es wird zum Theater menschlicher und spiritueller Interaktionen. Die zentrale weibliche Figur trägt den Schalenkörper in den Händen, während weitere kleine Figuren diese Hauptfigur unterstützen oder begleiten. Der Deckel ist mit vier weiblichen Figuren gestaltet, die mit verschränkten Armen einen Kreis bilden – ein Motiv, das sowohl den Zusammenhalt als auch den zyklischen Charakter des Lebens symbolisiert.

Im Inneren des Ensembles befindet sich ein geschnitzter Schädel, fest integriert und nicht entnehmbar, der die Erinnerung an Ahnen und die Präsenz des Jenseitigen in alltäglichen Ritualen greifbar macht. Die Farbgebung – gedämpfte Töne von Rot, Blau und Ocker – akzentuiert die plastische Komposition, ohne die formale Klarheit der Skulptur zu beeinträchtigen.

Die Schalen-Träger von Olowe zeichnen sich durch diese doppelte Dimension aus: Sie sind funktionale Objekte und zugleich narrativ-komplexe Skulpturen, in denen die Interaktion der Figuren eine eigenständige erzählerische Ebene eröffnet. Die figuralen Ensembles, wie hier in Ekiti, demonstrieren Olowes unverwechselbare Handschrift: Eine Spannung zwischen Realismus und Abstraktion, zwischen individueller Körperlichkeit und ornamentaler Rhythmik, die ihn zu einem der bedeutendsten Holzschnitzer Yorùbás macht.

Dieses Werk steht exemplarisch für Olowes Fähigkeit, den Schalenkörper nicht nur als Objekt, sondern als Bühne zu begreifen: Jede Figur, jeder Arm, jede Linie wird zur Trägerin von Symbolik, Funktion und Ästhetik, die den Betrachter unweigerlich in den Kosmos der Yorùbá-Mythologie und sozialen Hierarchie einbindet. In dieser Ekiti-Skulptur kulminiert Olowes Oeuvre in einer Verdichtung von Form, Farbe und Bedeutung, die weit über die reine Handwerkskunst hinausreicht.

Key literature on Olowe of Ise and his bowl or bowl-carrier sculptures includes Roslyn Adele Walker’s Olowe of Ise: A Yoruba Sculptor to Kings (National Museum of African Art, Smithsonian Institution, 1998), the principal catalogue raisonné and exhibition publication devoted to Olowe’s work, which discusses his carved bowls, veranda posts, doors, and ritual objects, situating them within Yoruba cultural and artistic practices. Susan Vogel’s edited volume, For Spirits and Kings: African Art from the Paul and Ruth Tishman Collection (Metropolitan Museum of Art), includes entries and plates on deeply carved Olowe bowls with figures, contextualizing them as courtly or ritual objects. Frank Willett’s African Art: An Introduction discusses Olowe’s innovative sculptural language and includes references to his lidded bowls with figural groups, while Paul S. Wingert’s African Negro Sculpture: A Loan Exhibition (M.H. de Young Memorial Museum) provides early mid‑20th‑century exhibition references to Yoruba bowls, sometimes attributed to or compared with Olowe’s circle. Broader studies on Yoruba sculpture that contextualize Olowe’s Olumeye-style vessels include Henry J. Drewal and John Pemberton III’s Yoruba: Nine Centuries of African Art and Thought, which contains extensive discussion of Yoruba prestige bowls and multi-figure carriers, with illustrations and typological analysis relevant to Olowe’s tradition. William Fagg and John Pemberton III’s Yoruba: Sculpture of West Africa offers a foundational survey including carved bowls and Yoruba figural groups within broader stylistic developments, while A. Rowland, H. J. Drewal, and J. Pemberton III’s Yoruba: Art and Aesthetics discusses Olumeye vessels in relation to Yoruba aesthetics and ceremonial usages, highlighting parallels to Olowe’s workshop tradition.

Height: 86 cm
Weight: 12,6 kg

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